Sänger, Pianist und Gitarrist Chris Corner erforscht als IAMX Themen wie mentale und sexuelle Instabilität, religiöse Perversion, sozio-politische Ignoranz, Ruhm und die Musikindustrie. Corner bezeichnet IAMX als ein Ventil, um seine hedonistische Seite auszuleben. Dementsprechend üppig und eindringlich sind die Songs auf "Volatile Times" geraten. Klingen tut das Ganze ein wenig, als träfen sich die Dresden Dolls, die frühen Placebo, PJ Harvey und Muse gemeinsam mit jemandem, der sich mit ungewöhnlichen elektronischen Sounds auskennt, zum Jammen. Dazu mischt sich wie beim Song "Bernadette" schon mal ein stampfender Jahrmarkt-Beat mit Background-Opernklängen. Oder der Hörer wird, wie bei "Commanded By Voices" von dominierenden Synthie-Bässen geradezu verschlungen.
Okay, wir frühstücken das am besten sofort ab – Eliot Paulina "Coco" Sumner ist die Tochter von Dauer-Erfolgsgarant Sting. Die 20-Jährige segelt allerdings nicht im Windschatten ihres berühmten Daddys Richtung Pop-Olymp. Mit selbst produzierten Stücken, die sie auf MySpace veröffentlichte, hat die schöne Engländerin sich ihren ganz eigenen Weg im Musikbusiness gesucht. Als musikalische Inspiration nennt sie dann auch eher die Sex Pistols, Kraftwerk oder Depeche Mode als ihren Vater. Mit ihrer rauchigen, tiefen Stimme, inhaltsschweren Texten und jeder Menge tanzbaren Beats produziert die Britin Songs, deren Stil sie selbst als "Dark Pop" bezeichnet und der mächtig unter die Haut geht. Wir sagen: "Coco ist schuld!". Woran? An der nächsten durchtanzten Nacht.