Die Nibelungen |
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Ein deutsches Trauerspiel von Friedrich Hebbel
Siegfried, der Königssohn aus den Niederlanden, kommt an den Hof der Burgunden in Worms am Rhein und verliebt sich in die Schwester des Königs Gunther. Er hält um ihre Hand an. Daraufhin entsteht ein Pakt, der die europäische Welt verändern wird: Gunther und sein Onkel Hagen von Tronje stellen Siegfried die Hochzeit in Aussicht, wenn er seinerseits Gunther bei der Werbung um Brunhild, Königin von Isenland hilft. Sie will nur den zum Mann nehmen, der in der Lage ist, sie körperlich zu besiegen. Und da Siegfried als Hüter des Nibelungenhortes nicht nur über sagenhafte Reichtümer und das magische Schwert Balmung, sondern auch über eine Tarnkappe verfügt, bitten sie ihn, unsichtbar Gunther im Zweikampf beizustehen. Bald darauf wird in Worms Doppelhochzeit gefeiert. Doch aus dem trügerischen Pakt folgt der katastrophale Untergang Burgunds…
1854 beginnt Hebbel mit seiner Bearbeitung des Nibelungenliedes, 1861 wird seine Trilogie mit großem Erfolg in Weimar uraufgeführt. Hebbel versteht den Stoff wie viele seiner Zeitgenossen als deutsches Nationalepos, diese ideologische Vereinnahmung wird noch im 20. Jahrhundert die Rezeption der Sage prägen. Tatsächlich handelt es sich – sowohl, was die innere Geographie des Stoffes wie die Allgemeingültigkeit seiner Themen anbelangt – um einen großen europäischen Mythos über die Verwerflichkeit und Gefährlichkeit jedes imperialen Machtstrebens. Historischer Ausgangspunkt der Nibelungensage ist das 5. Jahrhundert der Völkerwanderung, die Schauplätze reichen von Skandinavien bis Südeuropa, von Westeuropa bis zum osteuropäischen Hof des Hunnenkönigs Etzel. Hebbel ist mit seiner Bearbeitung eines seiner komplexesten (auch schwierigsten) Werke gelungen.
Mit Michael Weber, Michael Wittenborn, Robert Dölle, Omar El-Saeidi, Patrick Gusset, Carlo Ljubek, Patrycia Ziolkowska, Maja Schöne
und Josef Ostendorf
Inszenierung: Karin Beier
Bühne: Thomas Dreißigacker
"Karin Beier, die neue Intendantin des Schauspiels Köln, weiß, was sie tut. Mit ihrer Version von Friedrich Hebbels „Nibelungen“ erschwert kein sperriger Brocken den Einstieg in die neue Spielzeit. Statt eines monumentalen Heldenepos erwartet die Zuschauer im Schauspielhaus ein epochales Theatervergnügen, was nicht etwa heißt, dass spaßig aufgemacht wäre, was nach Hebbel ein blutiges Trauerspiel ist". (Koelner)
"Karin Beier hat, wie schon 2004 für die Nibelungenfestspiele in Worms, die Frauenfiguren genau heraus gearbeitet. Nicht als Opfer, sondern als Motor einer Recht-oder-Rache-Geschichte, die bei Beier das ethische Fundament einer fröhlich bunten und ziemlich globalisierten Nibelungen-Show bilden.
Einiges ist ergreifend schön, beispielsweise die Choreographie der Musiker durch den gesamten Bühnen- und Zuschauerraum, wie überhaupt die Musik Atmosphäre und Rhythmus der Inszenierung präzise bestimmt. Vieles aber wirkt übertrieben signalhaft, wie die Trommler in Hannibal Lector-Masken oder König Gunther, wenn der den Kampf gegen die Hunnen als 'enduring freedom'-Reklame verkauft. Die Intendantin greift tief in die Trickkiste des Regietheaters, mit slapstickhaften Aktualisierungen à la 'desperate housewives'; mit ,Wer hat dich du schöner Wald' vor dem Mord an Siegfried; mit einem Alphorn, das den Exotismus des Hunnenreichs musikalisch unterstreichen soll." (DLF)
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