Bratsch |
 |
Lange haben die vielen Fans von Bratsch auf ein neues Programm der Gruppe warten müssen – die Gruppe nimmt sich immer viel Zeit für ihre neuen Programme und achtet darauf, daß ihre Bühnenshows ein „rundes“ Ereignis darstellen, sich einem Thema widmen und inszeniert sind (und dann verhalten sich Bratsch zudem antizyklisch, indem sie ihre neuen Programme erst nach einem Jahr Live-Erfahrung auf CD einspielen, weil sie finden, daß sie die neuen Stücke erst dann so spielen, wie es ihren hohen Erwartungen für eine Albumeinspielung gerecht wird). Nun aber ist es soweit, und zum ersten Mal überhaupt in der über 34jährigen Geschichte von Bratsch fand die Premiere ihres neuen Programms nicht in Frankreich, sondern in einem anderen Land statt – daß es sich dabei um Deutschland handelt, wo die französische Gruppe seit 1994 fast 300 Konzerte gegeben hat, war eine Verbeugung vor ihrem treuen Publikum hierzulande.
Nun also: „Urban“. In ihrem sehr eigenen Tonfall sagen Bratsch über ihr neues Programm: Städte haben Gesichter, haben Namen – „die schwarze Stadt“, „die Stadt mit den sieben Hügeln“, „die Stadt der tausend Glocken“… Städte haben auch ihre eigene Musik, ihre Sprachen, ihre „Codes“: Rembetiko, Fado, Tango, Musette, Blues… Da sind die Städte, die uns träumen lassen – Odessa etwa, Thessaloniki, Paris, Budapest, Berlin, Lissabon, Barcelona, und viele andere ... Wir fahren durch diese Städte, atmen, fühlen uns frei, wir kommen nach Hause zurück mit neuen Melodien, Liedern in allen Sprachen, wir schreiben unsere eigene Musik über die Vorstädte, denn dort ist das eigentliche Leben aller Städte – besonders in den „Vorstädten unserer Vorstellung“, den „imaginary suburbs“ dieser Städte – und diesen Vorstädten, die das eigentliche Herz aller Städte ausmachen, widmen wir unser neues Programm – den Hafenvierteln, den Flüssen, die unerfüllte Träume wegtragen, den kleinen Straßen, auf denen vielleicht der „Django von morgen“ Gitarre spielt ... „Urban Bratsch“ ist ein komplett neues Programm (auch wenn wir die eine oder andere musikalische Reisenotiz unseres Repertoires nicht von vornherein ausschließen wollen…), mit neuen Gerüchen, neuen Umgebungen, fußend auf Traditionen, aber wir laden zu einer weiten Reise ein, weiter als je zuvor. Die Stimmen dieser Städte, ihre Seele – all dies findet sich in unserem neuen Programm, all das wollen wir unserem Publikum zeigen.
Das Publikum, soviel haben die ersten drei Konzerte im November 2009 bereits gezeigt, darf sich auf eines der besten Programme der „ausgefuchsten Akustiker“ (FAZ) überhaupt freuen. Nach ihrem Erfolgsalbum „Plein du Monde“, auf dem Künstlerfreunde der Gruppe wie Khaled, Lhasa, Olivia Ruiz und Charles Aznavour ihre Versionen ihrer Bratsch-Lieblingsstücke mit der französischen Supergroup einspielten, kehren Bratsch in die Intimität ihres eigenen Kosmos, ihrer „imaginären Folklore“ zurück. Und kaum eine andere aktuelle Band versteht es derart meisterhaft, Stimmungen zu erzeugen, mit einer gewissermaßen „zurückhaltenden Virtuosität“ darzubieten und ihr Publikum träumen zu lassen, aber auch Anregungen zu so etwas altmodischem wie dem Kampf für eine bessere Zukunft, für eine bessere Welt zu geben.
|
 |
|
|
|
 |
|
|
 |
|
|