Georg Ringsgwandl: Untersendling |
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Musikkabarett
Er selber, der Sänger, entwichen aus der Geschlossenen, manisch-depressiv ohne Frage und nicht gescheit eingestellt, ein Mann auf Kriegszug, ein unerschrockener Kämpfer gegen den Niedergang der Sitten. Freundlich und leicht wie ein Windhauch im Frühling oder scharf wie die Axt im herbstlichen Gehölz, so geht’s zu, so ist die Kapelle drauf, eine Band, wenn man so will: der verräuchertste Gitarrist der erweiterten EU, ein Halbwüchsiger am Schlagzeug und ein zenbuddhistischer Tai Chi-Kobold am Baß, Sing und Tanz und Keyboardspiel, und jeder mit Gesang. Noch bevor der Vorhang sich senkt an diesem Abend wird den Eingeborenen die frohe Botschaft kund getan sein vom Glück des Selberdenkens, wird der Rächer der Verirrten wie ein Racheengel niedergefahren sein auf die Eingenähten, aber auch erlöst haben die Verzagten und Trost gespendet haben den Enttäuschten.
"Die anarchischen Tollereien eines genialen Brettlkünstlers, der nach Jahren des Mißerfolgs auf einmal in den Medien präsent war; dessen Publikum pro Abend von zehn auf tausend anstieg; der als Arzt im Showgeschäft ein gefundenes Fressen für Illustrierte und illustrierte Beilagen wurde. Hier war er zu besichtigen, der singende Sauerbruch, der weiße Bruder von Screaming Jay Hawkins. Aber dieser Anti-Star, gebürtig aus Reichenhall, ist nicht nur ein bayerisches Genie, sondern auch ein sturer Bock, weder durch Ablehnung noch durch Liebe umzustimmen. Einer, der seinen Weg geht, sich nicht umschaut, sich längst weiterentwikkelt hat, kühner, schrecklicher, unzugänglicher wurde." (Zeit)
"Ringsgwandl steuert nicht auf Pointen zu, der Weg ist ihm lieber als das Ziel. Dafür fräst er sich unerschrocken durch den Unsinn wie die Made durch den Speck. Gedämpfter vollzieht er dies in seinen Liedern. Beobachtungen des Treibens auf der Straße oder am Kiosk können von ätzender Genauigkeit sein". (Berliner Zeitung)
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