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Vorhang auf: Städtische Bühnen Frankfurt am Main bei eventim.de

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    Städtische Bühnen Frankfurt am Main
      2 Sterne, aus 1 Fan-Report
  • FRANKFURT - Schauspiel Frankfurt

    15.02.13

    Russische Literatur für Nicht-Russen von Anna Karenina, 17.02.13
    Mein Fazit: für die Roman-Kenner nicht zu empfehlen. Der Roman von Michail Bulgakov Meister und Margarita ist eins der bedeutendsten Werke der modernen Russischen Literatur. Es gehört zur guten Erziehung, den Roman gelesen zu haben. Auf den ersten Blick scheint die Handlung des Romans sehr speziell zu sein - etwas ganz speziell Russisches, gar Sovjetisches. Das stimmt aber nicht wirklich. Der Roman behandelt klassische, für alle Menschen zugängliche Themen: Gibt es Gott? Gibt es Teufel? Was ist wahre Liebe & Freundschaft? Wie soll ein Mensch sein Leben leben - welchen Versuchungen und Verlockungen soll er widerstehen? Das Theaterstück stellt allerdings eher die sovjetische Politik in den Vordergrund. Auf der Bühne ist ein riesiger roter Stern aufgebaut - und die ganze Handlung erfolgte auf diesem Stern. In regelmäßigen Abständen küssen sich männliche Figuren heftigst - wohl nach dem Vorbild der sovjetischen Politiker der 50er Jahre. Einige der Schauspieler trugen Uniform der sovjetischen Miliz. Ich fand es zu übertrieben, dieses Sovjetische so in den Vordergrund zu stellen und die anderen Themen (Gott, Liebe, Menschenwürde) dadurch in den Hintergrund zu drängen bzw. komplett wegzulassen. Theater ist immer eine Interpretation. Wenn die Schauspieler allerdings gar nichts Gemeinsames mit den Romanfiguren haben - ist sehr traurig und enttäuschend. Für jemand, der den Roman gelesen hat. Es gab zwei starke Figuren - den Kater Begemot und Korovjev. Der Kater war charismatisch, unverschämt, selbstsicher, lässig. Eine unglaubliche schauspielerische Leistung - einen Kater zu spielen. Hochachtung! Korovjev hatte auch einen sehr starken Charakter - allerdings wurde komplett anders dargestellt als die ursprüngliche Romanfigur. Eine große Enttäuschung war Margarita. Im Roman ist Margarita eine Frau, von der wahrscheinlich die meisten Männer träumen: eine liebende Frau, die alles für den Mann tut, den sie liebt. Aber auch eine Sünderin und Hexe. mit viel Würde und Selbstachtung. Die gespielte Margarita war eher unscheinbar und unsicher - was verständlich ist, wenn man mit nacktem Oberkörper auf der Bühne steht. Ob die Zuschauer verstanden haben, worum es sich im Roman handelt? Ob sie nicht zu sehr von den roten Sternen und Milizuniformen abgelenkt waren? Das bleibt offen. Ich persönlich habe sehr wenig von dem großartigen Roman gefunden, was ich gelesen habe.