Vasco Rossi zählt seit über 30 Jahren zu Italiens populärsten Rockstars. Man nennt ihn "die italienische Antwort auf Bruce Springsteen". Wie der "Boss" steht Vasco Rossi für Rockmusik, die Geschichten erzählt. Er singt über das normale Leben, das Meistern des Alltags, über Liebe und Kummer, über Rebellion und Freiheit und spricht damit seinen Fans aus den Herzen – denn er singt ihre Geschichten. Das danken ihm seine Anhänger mit hingebungsvoller, lebenslanger Treue für den rauen Rocker mit Lederjacke, Käppi und anrührender Reibeisenstimme. Neben seinen oft provokanten Songs schlägt er auch leise Töne an, mit introspektiven Balladen und seinen Gedichten, die in der Literaturszene für Aufsehen sorgen. An Lobeshymnen von Kritikern und Preisen fehlt es nicht. 1999 erhielt er den italienischen Musikpreis "Premio Italiano della Musica", 2005 den Ehrendoktortitel der IULM Mailand in Kommunikationswissenschaften.
Leidenschaftlich und intensiv wie seine Musik ist auch Vasco Rossis Leben. Der am 4. Februar 1952 in Zocca (bei Modena) geborene Rossi liebt seit seiner Kindheit Theater und Musik, besucht mit 14 Jahren eine Gesangsschule und gründet seine erste Band "Killer". Kurzzeitig schlägt er einen anderen Weg ein, macht seinen Abschluss in "Buchhaltung und Rechnungswesen" und beginnt mit 20 Jahren das Studium "Wirtschaft und Handel". Doch die Musik lässt ihn nicht los. Er eröffnet eine Diskothek ("Punto Club") und startet seine Radioshow "Punto Radio", in der er eigene Kompositionen vorstellt. Sein erstes Album "Ma Cosa Vuoi Sia Una Canzone", dessen Sound sich an angloamerikanischer Rockmusik, aber auch an italienischen Cantautori, also sehr poetischen Inhalten, orientierte, bringt er 1978 unter dem Namen "Steve Rodgers Band" auf den Markt. Der Durchbruch gelingt 1982 beim wichtigsten italienischen Musikfestival in San Remo. Mit dem Lied "Vado Al Massimo" ("Ich gebe alles") wird er schlagartig in ganz Italien bekannt. Ein Jahr später wird sein Song "Vita Spericolata" zur Hymne der damaligen Teenagergeneration ("Ich will ein Leben haben, in dem es nie zu spät ist, wo man niemals schläft. Ich will ein Leben voller Ärger."). Zu dieser Zeit verkörpert er das Ideal des exzessiven Rockers. Viele seiner Lieder sind Lobpreisungen an ein Leben auf der Überholspur. 1983 gerät Rossi kurzzeitig wegen seiner Tabletten- und Kokainsucht in die Schlagzeilen, Gefängnis- und Geldstrafen folgen, Konzerte werden abgesagt. In den 90er Jahren fängt er sich, produziert weitere sehr erfolgreiche Alben ("Rock" 1997). Sein bislang letztes Werk "Il Mondo Che Vorrei" wurde 2008 veröffentlicht und enthält mit "Gioca Con Me" ein Stück, das Vasco Rossi gemeinsam mit Slash, dem Ex-Leadgitarrist von Guns N’Roses, aufnahm. Ein neues Studioalbum wird Ende des Jahres erwartet.