Verkopft, ausgetüftelt, bis ins kleinste Detail arrangiert: Die österreichische Indie-Prog-Pop-Band Francis International Airport spart auf ihrem zweiten Longplayer "Cache" nicht mit Effekten und technischen Spielereien. Geprägt von hauptsächlich elektronischen, pulsierenden Beats sowie zurückhaltend eingesetzten 80er-Synthies und Keyboards ziehen die elf Songs den Hörer in ihren Bann und schaffen eine düster-distanzierte Atmosphäre. Dabei bedient sich die Combo genreübergreifend an zahlreichen Musikstilen: Der Opener "Berenice" groovt locker los und schwingt sich gen Ende zu hymnischer Opulenz auf - der perfekte Klang fürs Chill-Out nach durchfeierter Nacht. "Pitch Paired" hingegen driftet nach einem soften Beginn mit nervenzerrenden Synthie-Quietschern und in den Vordergrund drängenden Drums Richtung Psychedelic Rock. Bei "The Right Ones" legen die Wiener dann mit spartanisch auftauchenden, kreischenden Gitarren sogar noch eine Schippe Rock-Attitüde drauf. "Templates" hingegen überzeugt mit meditativer Konstanz und räumt den Vocals, die sonst eher als zusätzliches Instrument wirken, eine tragende Rolle ein. "Sulfur Sun" fährt mit leichtfüßigem Melodielauf auf der Dreampop-Schiene. "Great Deeds" spielt mit Gitarren-Rückkopplungen als wiederkehrendes Element und das abschließende "Wait & See" bekommt durch den Klangteppich aus dröhnendem Bass, Bläser- und Orgelsounds geradezu etwas Sakrales. Anhören und einfangen lassen!
Das Rapduo Herr von Grau ist bekannt dafür, alles etwas anders zu machen. Das fängt beim Bandnamen an, der schon mal für Verwunderung sorgt, wenn klar wird, dass kein Soloprojekt, sondern ein Duo dahinter steckt. Auch brachten Rapper Benny und DJ Kraatz schonmal 2-Track-CDs als Audioflyer in deutschen Großstädten unters Volk, um auf sich aufmerksam zu machen. Mit sorgsam arrangierten Samples, mitreißenden Synthies sowohl Elektro-angelehnten als auch handgemachten Drums unterlegen die zwei Wortakrobaten Texte, die von vermeintlicher Bildung aus der Glotze ("Cola") über die Abneigung gegen selbsternannte Trendsetter ("Menschenhass") bis hin zur Verwirklichung der eigenen Lebensträume ("Risiko") so ziemlich alles abdecken, was einem gelegentlich durch den Kopf gehen mag. Im Oktober präsentiert das Duo sein viertes Album "Freiflug" live auf einer ausgedehnten Clubtour.