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Goldroger

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Avrakadavra

Bevor Goldroger mit „Avrakadavra“ eines der abwechslungsreichsten Debut-Alben im deutschen Hiphop 2016 ablieferte, machte er sich bereits mit seinem „Räuberleiter“-Mixtape von sich reden. Außerdem gewann er 2014 Mal eben das „Moment of Truth“-Battle vom Splash!-Mag – und sicherte sich so seinen ersten Festival-Auftritt direkt neben der Main-Stage.

Vielseitigkeit ist sowieso Goldrogers Ding – Schubladen nicht so. Im Interview mit der Backspin sagte er über sich selbst: „Ich bin dreidimensional!“ Er will sich nicht in eine der üblichen Nischen pressen lassen, möchte nicht als Punchline-Gott, Kiffer-MC, Staatsfeind Nr. 1 oder Wannabe-Playboy gelten. „Ich versuch‘ halt, mich als Mensch zu zeigen und da gehören mehrere Facetten zu.“

Diese Facetten machen auch sein erstes Album musikalisch und textlich so einzigartig. Für den guten Ton haben übrigens die Kölner Dienst&Schulter gesorgt, das spektakuläre, extravagante Artwork mit großen Anleihen aus der LSD-Ära stammt von YAWN.

Am besten lässt man Goldie selbst zu Wort kommen, wenn man wissen möchte, was einen auf dem Langspieler erwartet. „Auf dreizehn Quadratmetern haben wir eine dreizehn Song starke Parallelwelt geschaffen, die von der reinigenden Kraft des Galgenhumors, den Generatoren plutoniom-beladener Liebes-U-Boote und der einzig wahren, spektakulär unspektakulär gescheiterten Teenierebellion erzählt.“

Wer sich also eine Entspannung von dem momentan allgegenwärtigen Straßensound gönnen will – und das verbunden mit Texten, über die man auch mal länger nachdenken kann, als die fünf Minuten, die man gerade auf den Bus warten muss, dem sei „Avrakadavra“ aber mal sowas von ans Herz und in den Warenkorb gelegt. Wer sich auch nur im weitesten Sinne für Wortakrobatik und textliche Tiefe begeistern kann, der sollte zumindest mal reingehört haben.

Felix Goth

Bild: Lea Ricking