Biografie

Casper (* 25. September 1982 in Extertal bei Lemgo; bürgerlich Benjamin Griffey) ist ein deutscher Rapper, der beim Label Four Music unter Vertrag steht.

Casper wurde in Deutschland geboren, wo seine Familie in der zur Gemeinde Extertal gehörenden Ortschaft Bösingfeld wohnte. Seine Familie zog allerdings nach Augusta (Georgia), USA, als er zwei Wochen alt war. Als er mit elf Jahren allein mit seiner Mutter nach Deutschland zurückzog, notierte er Texte in einem Notizheft, was ihm half, seine deutschen Sprachkenntnisse zu verbessern. Später zog er nach Bielefeld, welches er selbst als seine "Heimat" versteht. Casper lebt seit 2011 in Berlin in einer WG in Friedrichshain.

Animiert durch einen Freund, begann er an verschiedenen Freestyle-Veranstaltungen teilzunehmen. Darüber hinaus war er an verschiedenen Studioaufnahmen beteiligt, wodurch er den Rapper Abroo kennenlernte. Gemeinsam mit Abroo und dem Rapper Separate gründete er die Gruppe Kinder des Zorns. Neben den "Kinder-des-Zorns"-Aufnahmen unterstützten sich die Mitglieder auch gegenseitig auf ihren Soloveröffentlichungen.

Über Separates Label Buckwheats Music erschien 2004 das gemeinsame "Kinder-des-Zorns-Album Rap Art War, welches die einzige Veröffentlichung des Trios blieb. Aufgrund interner Differenzen trennte sich die Gruppe. Casper suchte sich mithilfe eines kurzen Gastspiels im Metalcore mit seiner dort gegründeten Band "A Fear Called Treason" ein neues Projekt. Anschließend war er Mitbegründer der Hardcore-Band "Not Now Not Ever", die mit ihm eine EP veröffentlichte.

Zurück im Genre Hip-Hop, veröffentlichte er 2006 das Mixtape "Die Welt hört Mich" über das Label 667 – One More Than The Devil. In den darauf folgenden zwei Jahren tourte Casper durch Deutschland. Am 9. Mai 2008 erschien sein erstes Soloalbum "Hin Zur Sonne" über das Label 667, an dem der Mainzer Shuko als ausführender Produzent beteiligt war. Für "Hin zur Sonne" nahm Casper unter anderem Stücke mit den Rappern Prinz Pi und Kollegah auf.

Auf der limitierten exklusiven MZEE.com-Edition des Albums "Freiheit" von Curse ist Casper neben Kool Savas, Olli Banjo und F. R. auf einem der Bonussongs zu hören. Die MZEE-Edition war bereits vor dem eigentlichen Veröffentlichungstermin ausverkauft.

Sein Pädagogikstudium mit Nebenfach Psychologie und Schwerpunkt Medienpädagogik an der Universität Bielefeld brach er aufgrund der Studiengebühren ab. Im Winter 2008/2009 begleitete Casper den Rapper Prinz Pi auf dessen "Neopunk"-Tournee durch Deutschland. 2009 gewann Casper mit "Hin Zur Sonne" den MZEE-Award für das beste Album 2008.

Im Februar 2009 unterschrieb er beim Label Selfmade Records und verließ damit sein altes Label. Gemeinsam mit den anderen Rappern des Labels Kollegah, Shiml und Favorite steuerte er in der Folge die Beiträge für den Labelsampler "Chronik 2" bei, der Platz 15 der deutschen Album-Charts erreichen konnte. Am 31. Oktober trat Casper neben Hip-Hop-Musikern wie Kool Savas, Olli Banjo und Marteria bei der Juice Jam 09 im Münchner Backstage auf.

Im Oktober 2010 gab Casper die Vertragsauflösung mit Selfmade Records bekannt. Gleichzeitig unterschrieb er einen Vertrag beim Plattenlabel Four Music. Das Verhältnis zu seinem ehemaligen Label wird als gut beschrieben; zu sehen beispielsweise an einem gemeinsamen Auftritt von Casper und Kollegah auf dem splash! Festival am 14. Juli 2013.

Am 8. Juli 2011 erschien sein zweites Album XOXO, welches in der ersten Verkaufswoche auf Platz 1 der Charts einstieg und für das er im Frühjahr 2012 mit der Goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurde.

Am 12. April 2012 erschien zum Record Store Day die Kraftklub-Single Songs für Liam als Vinyl in einer Version mit Casper. Die Auflage war limitiert auf 700 Stück.

Am 2. August 2013 erschien die erste Single aus dem Album Hinterland mit dem Titel Im Ascheregen. Das Video zur Single wurde einen Tag vor Veröffentlichung auf der offiziellen Homepage bereitgestellt und am 25. August wurde der Titel (gemäß eigener Aussage) erstmals an den Winterthurer Musikfestwochen live gespielt.

Name

Der Name "Casper" stammt von dem gleichnamigen Geist aus dem Film Casper. Sein Vater gab ihm den Namen aufgrund seiner hellen Haut, die auch im Sommer nicht braun wurde.

Rezeption in der Deutschrap-Szene

Thematisch finden sich in seiner Musik häufig autobiographische Elemente wieder, etwa in dem Stück Hundeleben, das seine Probleme bei der Entwicklung zum Vollzeit-Musiker thematisiert. Dabei wird er in der Deutschrap-Szene häufig für seine emotionalen Texte kritisiert und abwertend als Emo-Rapper bezeichnet, eine Bezeichnung, die er mittlerweile gelegentlich selbstironisch auch verwendet.

Vor Veröffentlichung des Albums XOXO wurde Caspers Musik 2011 von zeit.de als ein Gegenentwurf zu dem Gangsterrap von Musikern wie Bushido und Sido rezensiert, der deutschem Rap als "intelligenter Rap" Perspektiven aufzeigen könne. Vom 2013er Album Hinterland schrieb man später, es sei mehr Gitarrenrock als Rapmusik.

Hinweis:
Künstler- bzw. Bandbezogene Texte auf dieser Seite stehen unter der Creative-Commons-Attribution/Share-Alike-Lizenz

Quelle und Autorenliste: Wikipedia / Autorenliste