Am Anfang sind da nur Akustikgitarre und Stimme: Stampfend, hallend und träge eröffnen Dangers Of The Sea mit "Your Hands Are Folded" in Form eines regelrechten Trauermarsches ihr selbstbetiteltes Debütalbum. Im Anschluss gewinnt die Platte an Tempo, doch eine gewisse Melancholie zieht sich thematisch wie klanglich durch den gesamten Longplayer. Mit der kratzigen Stimme von Leadsänger und Songschreiber Andreas Bay Estrup und der immer prägnanten Akustikgitarre sowie Klavierpassagen schafft die dänische Folkrock-Band eine nachdenkliche, emotionale Atmosphäre. Präzise gesetzte Atempausen und Akzente von diversen Instrumenten runden das Gesamtbild ab. Dabei präsentiert sich "Mine To Keep" noch trotz der Grundstimmung poppig angehaucht mit einer Spur von Leichtigkeit. "Light" regt mit monoton schwingenden Vocals und der Beschäftigung mit der eigenen Vergänglichkeit schon mehr zum In-sich-Gehen an, ebenso wie das hauptsächlich vom Tasteninstrument geprägte "Your Time Is Wasted". "Sheer Desperation" treibt einem mit einer Piano-Passage von bezwingender Schönheit und einem aus purer Sehnsucht gesponnenen Text sowohl die Tränen in die Augen als auch die Gänsehaut den Rücken hoch. Die Verzweiflung scheint spätestens beim Refrain ("Yes it’s sheer desperation / That kept me go away for so long / But there’s no consolation / If you don’t return and lead the way again") aus den Lautsprechern zu schwappen und im eigenen Körper widerzuhallen. "Come Sit By My Fire" zeigt sich ebenfalls als Highlight und könnte als Untermalung jedes düsteren Westerns glänzen. Mit dem groovenden "Turn Around", in dem gelegentlich heitere Xylophon-Akzente glitzern, wirft das skandinavische Quintett dann aber doch zum Schluss noch einen Hoffnungsschimmer in den Raum.
Miles Kane ist einer dieser Künstler, denen man auf den ersten Blick ansieht, woher sie kommen: Bei der von Beatles-Matte und Indie-Outfit geprägten Optik verwundert es nicht, dass die Stadtgrenzen von Liverpool mit der Fähre von der Wirral Halbinsel, auf der der 27-Jährige aufgewachsen ist, nicht schwer zu erreichen sind. Von 2006 bis 2009 mischte der Brite in der Indie-Rock-Band The Rascals als Frontmann mit, dann entschloss sich Miles Kane, fortan seine Solo-Karriere in den Vordergrund zu stellen. 2011 veröffentlichte er sein Debüt "The Color Of The Trap", dessen temporeiche Sixties-Rock-Nummern den Musiker auf Platz 11 der UK-Longplay-Charts pushten. Der Nachfolger "Don’t Forget Who You Are" erscheint hierzulande am 31. Mai, die gleichnamige Singleauskopplung gibt sich etwas weniger retro als das erste Album und orientiert sich mehr am modernen Gitarren-lastigen Indie-Rock. Man darf also gespannt sein, was es auf die Ohren gibt, wenn Kane sein neues Werk im Juni live in Köln und Berlin präsentiert.