Klirrende Kälte, Isolation, der Fokus aufs Wesentliche: Es mag abgedroschen klingen zu erwähnen, dass man dem zweiten Album der Hamburgisch-Berlinerischen Band Tusq anhört, dass es auf einer abgelegenen, spärlich bevölkerten finnischen Insel aufgenommen wurde (deren Name, "Hailuoto", zugleich als Plattentitel dient). Doch irgendwie kommt man nicht umhin, die Transparenz, das geschickte Spiel mit Opulenz und leisen Tönen sowie den klaren Sound der zehn live eingespielten Songs mit einer gewissen Weite und Gelassenheit in Verbindung zu bringen, die man in Großstädten nicht findet. Seit dem bereits hochgelobten Erstling "Patience Camp" hat die Band ihren Sound weiterentwickelt, ohne sich dabei untreu zu werden. Das Grundrezept aus cool-entspannten, zeitlosen Midtempo-Indie-Nummern bleibt erhalten, doch Songwriting und Klangfarbe erscheinen noch ausgereifter und zugänglicher als auf dem 2010 veröffentlichten Debüt. Der Vierer hat genau an den richtigen Stellen die Intensität heruntergefahren und an anderen eine Schippe draufgelegt: So fügt sich beispielsweise das für die Band charakteristische Akkordeon bei Tracks wie der Akustik-Gitarren-lastigen Ballade "House Of Cards" anschmiegsam ins Gesamtklangbild ein, während man sich bei den lauteren, härteren Tönen mutiger zeigt als zuvor ("Remains"), was den Songs eine geradezu überbordende Energie verleiht. Das dürfte auch live ordentlich in die Beine gehen - im Februar gehen Tusq auf "Hailuoto"-Tour!
Laut eigener Aussage ist Ellie Goulding "an der Grenze zur Besessenheit", wenn es um das Schreiben und Aufnehmen neuer Songs geht. Sicher ist es auch ihre Liebe zum kleinsten Detail, die die britische Sängerin und Komponistin so erfolgreich macht. Mit ihrer unverwechselbaren Stimme und einer Mischung aus klassischem Songwriter-Sound mit Gitarre und Klavier sowie elektronischen Elementen, die ihr Vergleiche mit Künstlern wie La Roux oder Björk einbrachte, hat die 25-Jährige Herzen auf der ganzen Welt erobert. 2010 kürte die BBC sie mit dem Titel "Sound of 2010", das anschließend veröffentlichte Debütalbum "Lights" belegte in ihrer Heimat auf Anhieb Platz eins der Longplay-Charts. Zahlreiche Festival-Gigs, ein Auftritt bei der Hochzeit von Prinz Harry mit Kate Middleton und begeisterte Reviews in der internationalen Musikpresse belegen ihren steilen Aufstieg. Ihre zweite Platte "Halcyon", auf der die Britin mit elektronischen Elementen geiziger umgeht als beim Vorgänger, rauschte in den USA und in England in die Top Ten. Im Frühjahr 2013 präsentiert Goulding die neuen Songs live in Deutschland!