Nostalgiker aufgepasst! The Overtones greifen tief in die Ohrwurmkiste der 50er und 60er Jahre und wälzen Altbewährtes im frischer Pop-Panade. Mit dem Opener "Loving The Sound" präsentiert die irisch-britisch-australische Band zum beschwingten Rhythmus ihre große Gesangsbandbreite und stimmt den Hörer standesgemäß auf die Platte ein. Im Anschluss schallt "Perfect" (im Original von Fairground Attraction (1988)) in schönster Doo-Wop-Pop-Manier aus den Boxen. Der anschließende Titeltrack des Albums überzeugt mit einer guten Portion Verve und eingängigen Lyrics. Dions "Runaround Sue" (1961) ertönt im modernen Boyband-Flair mit leicht angezogenem Tempo und Backings die ein wenig an den Muppets-Songs "Mana Mana" erinnern. Jackie Wilsons Klassiker "Reet Petite" (1957) erweckt durch die tiefe Leadstimme ein wenig den Eindruck, als hätte sich Elvis des Songs angenommen. Auch "Groovin‘" (TheYoung Rascals, 1967), "Unforgettable" (Nat King Cole, 1951) oder "You’ve Lost That Love Feeling" (The Righteous Brothers, 1964) erscheinen als aufgepoppte Versionen der bekannten Hits, denen sie dabei klanglich nahe bleiben. Perfekt zum Schwelgen und Erinnern und möglicherweise die ideale Lösung für die Feiertage, wenn sich alle Generationen einer Familie auf einen gemeinsamen Hintergrundsoundtrack einigen müssen.
Die aus Utah stammende Post-Hardcore-Band The Used hat mit "Vulnerable" im März dieses Jahres ihr fünftes Studioalbum auf den Markt geschmissen. "Vulnerable" ist die erste Scheibe, die das Quartett über das eigens gegründete Label "Anger Music Group" veröffentlicht hat – dementsprechend hat man sich musikalisch ordentlich ausgetobt. Die US-Amerikaner vermengen ihren bewährt-brachialen Rock-Stil zeitweilig mit Dubstep- und Drum-‘n‘-Bass-Elementen sowie elektronischen Einflüssen. Dabei bleiben Standards wie aggressive und melodische Gitarren und natürlich Bert McCrackens individuell klingender Gesang mit Tendenz zum Shouting erhalten und auch Fans druckvoller Schlagzeug-Parts kommen weiterhin auf ihre Kosten. Im Januar erscheint unter dem Titel "Vulnerable II" eine aufpolierte Version des Longplayers, die vier neue Songs, drei Akustik-Versionen und drei Remixes enthält.