Man hasst oder liebt sie und genauso wollen sie es haben – die Orsons polarisieren das Lager der HipHop-Anhänger mit Humor und Biss. Dass sie sich dabei nicht scheuen, schwierige Themen in Angriff zu nehmen, zeigt schon die aktuelle Diskussion über "Horst & Monika", ihren Song über die Wandlung des NPD-Mitglieds Horst zur Linken-Kandidatin Monika, mit dem die Band fürs Saarland beim Bundesvision Song Contest antrat. Die neue Scheibe des Quartetts hat aber noch weitaus mehr zu bieten als das umstrittene Stück. Kaas, Tua, Maeckes und Plan B präsentieren eine Bandbreite des deutschen Sprechgesangs, die keine Wünsche offen lässt. Das Album trägt den Titel "Das Chaos und die Ordnung" und widmet sich auch musikalisch Kontrasten - die Jungs spielen mit Klischees ("Übertreiben Baby") und feiern das Leben mit einer Prise Ironie ("Das Leben ist sch.", "Wir können alles machen"). Gleichzeitig liefert die Platte Stücke, die so sehr zu Herzen gehen, dass man buchstäblich hören kann, wie es zu brechen beginnt ("Unperfekt", "Für Immer Berlin") oder sehnsüchtig in der Vergangenheit schwelgen ("Wir waren da"). Je nach Stimmung changiert der Klangteppich, der die Texte trägt: Mit tanzbaren Beats vereinen die Stuttgarter nach Bedarf schon mal Akustikgitarren-Pickings. Das Leben ist eine Party – nur eben nicht immer. Aber wer weiß schon die Höhen zu schätzen, wenn die Tiefen fehlen?
Deutschsprachiger HipHop hat ja derzeit eher die Tendenz zu bunten Farben, dazu, das Leben zu feiern und sich dem positiven Denken zu widmen. Anders halten es da die Jungs von 187 Strassenbande: Dreckig, düster und ungeschminkt brüllen Bonez MC, Acht Vier, GZUZ und Safir den Frust über ihren Alltag auf Hamburgs Straßen heraus. Dabei macht das Quartett vor der Gürtellinie noch lange nicht Halt. Und lässt sich in ihren Ambitionen auch nicht durch die Tatsache bremsen, dass Bandmitglied GZUZ derzeit hinter schwedischen Gardinen sitzt – sondern widmet dem abwesenden Crewpart die "Free GZUZ Tour" 2012.