Man vermenge eine gute Portion Nostalgie mit einem ordentlichen Schuss Aufbruchsstimmung und einer herzhaften Prise Soul – et voilà, da ist es: Das Grundrezept zu Nick Waterhouse' energetischem Cocktail. Das Debüt des Kaliforniers trägt den Titel "Time's All Gone" und besticht ab dem ersten Ton mit seiner Unmittelbarkeit: Die Platte wurde in einigen wenigen geballten Live-Sessions im Studio eingespielt, wie der Künstler verlauten ließ – und das hört man auch. Sixties-Flair, Bläser-Akzente, R&B-Elemente, Rhythmen, die direkt in die Beine gehen, verspielte Gitarren-Parts und immer wieder Drive, Drive, Drive kennzeichnen den Stil des 25-Jährigen. Dabei vereint Waterhouse beim Songwriting Detailliebe mit Texten, die hängen bleiben. Und nicht zuletzt die kratzige Stimme des Musikers, die sich auch in einer Punk- oder Rockband bewähren würde, verleiht seinen Songs das gewisse Etwas. Das klingt schon auf CD live und schreit definitiv nach intimen Club-Gigs - ab in die Zeitmaschine!
Wer eine Single auf den Markt wirft, die den Titel "Love Bites (So Do I)" trägt, beweist schon mal Humor. Halestorm gehören aber ohnehin zu den eher ungewöhnlicheren Acts, die der Hardrock/Metal-Sektor derzeit zu bieten hat. Schließlich steht bei dem Quartett kein bärtiger Growler am Mikro, sondern eine Frontfrau, die nicht nur nett anzusehen ist, sondern auch mit ihrer eindringlichen Rockröhre überzeugt. Auch textlich merkt man dem Quartett aus Pennsylvania den weiblich-emotionalen Einfluss gelegentlich an. Die Band hebt sich aber auch ansonsten von der Masse ab - so stellt die Combo gern druckvolle Heavy-Metal-Stücke neben gefühlvolle Balladen mit Pianobegleitung. Auch live dürfte der Vierer so für jede Menge Abwechslung sorgen - im Oktober kommen Halestorm mit ihrer aktuellen Platte "The Strange Case Of ..." für fünf Clubshows nach Deutschland.