Oberflächlich betrachtet geht es kaum klischee-behafteter: Eine Band, die aus der Musikmetropole Nashville stammt und dann auch noch das obligatorische „The“ im Bandnamen trägt. Aber was The Features jenseits der äußeren Schicht zu bieten haben, ist dafür umso abwechslungs- und einfallsreicher: „Wilderness“, das dritte Studioalbum der 1997 gegründeten Combo, offenbart sich als rundes und eingängiges Werk mit zahlreichen Highlights. Das Quartett mixt locker aus dem Ärmel Krautrock, Psychedelic und klassischen Indierock und versteht sich besonders auf spielerische Details. So überzeugt der Opener „Contents“ durch ein locker groovende Bass-Line, die umgehend dazu motiviert, die Hüften wippen zu lassen. „Big Mama Gonna Whip Us Good“ weist Strophen auf, die in ihrer minimalistischen Art und mit prominenten Drums an die White Stripes erinnern, überrascht dann aber mit einem opulent instrumentierten Refrain. „How It Starts“ und „Golden Comb“ bringen Funk-Elemente ins Spiel und „Fats Domino“ platziert sich als Abschieds-Ballade mit Rock 'n' Roll- und Folk-Anklängen, deren Text zum Schmunzeln anregt. Da bleibt nicht viel mehr zu sagen als: Unbedingt reinhören!
Nach 14 Jahren Bühnenabstinenz haben sich die schwedischen Hardcore-Heroen Refused im Januar dieses Jahres wieder zusammengetan, um erneut die Bühnen zu rocken. Die Combo um Mastermind Dennis Lyxzén galt in den 90ern mit ihrer aufreibenden Mischung aus Hardcore, Metal, Jazz, Progrock, Punk und Klassik als absoluter Medien- und Publikumsliebling. Im Sommer dieses Jahres spielte die Band wieder erste Festival-Gigs in Deutschland, unter anderem als Headliner beim „Monster Bash“ in Berlin, und zeigte, dass sie live noch genauso wie vor ihrer Auflösung in der Lage sind, das Publikum zum Kochen zu bringen. Wer die Festival-Auftritte verpasst hat, kann die Live-Erfahrung noch nachholen: Im Herbst spielt das Quartett zwei Clubkonzerte in Köln und München.