Screams im Wechsel mit cleanem Gesang, im Vordergrund stehende Bässe, brachiale Drums, energetische Gitarren-Riffs – Title Fight liefern Post-Hardcore in schönster Neunziger-Manier. Der zweite Longplayer der Band, "Floral Green", wartet mit Anklängen an Bands wie At The Drive-In oder Sparta auf, ohne dabei nach Kopie zu klingen. Der Opener "Numb, But I Still Feel It" steigt direkt mit voller Power ein, eine eingängige Hookline und ein prägnantes Schlagzeug im Galopp-Rhythmus vermitteln sofort, in welche Richtung die Reise gehen soll. In deren Verlauf schmeichelt Sänger Jamie Rhoden mal mit seiner Stimme ("Leaf"), spuckt die Vocals aber auch mal abgehackt-rotzig ins Mikro ("Secret Society"). "Head In The Ceiling Fan" bildet einen ruhigen, soften Höhepunkt zwischen tempo- und kontrastreicheren Songs. "Make You Cry" spielt gekonnt mit dem Kontrast zwischen laut und leise, langsam und schnell, bevor sich die Band mit "Sympathy" und "Frown" wieder von ihrer härteren Seite zeigt. "In-between" nimmt wieder Tempo raus und führt die Platte zu einem runden, nachhallenden Abschluss.
Einflüsse vom Rock ‚n’ Roll der 50er über Garage- und Girl-Group-Klänge der 60er und den Punk der 70er bis hin zu amerikanischem Hardcore aus den 80ern, C86 und guter Popmusik geben The Vaccines für ihren Musikstil an. Die Indie-Rocker aus London legten nach ihrer Gründung 2010 einen kometenhaften Aufstieg hin. 2011 belegten sie bereits vor Veröffentlichung ihres Debütalbums bei einer Umfrage der BBC zum "erfolgversprechendsten Newcomer 2011" Platz drei. Der erste Longplayer erklomm in Großbritannien dann auch prompt Platz vier der Albumcharts. Mit einem fetzigen, liebevoll komponierten Klangbild zwischen den Strokes und den Ramones gekrönt mit Songwriter-Charme begeistert das Quartett landein landaus Kritiker und Fans. Am 31. August veröffentlichte die Band mit "Come Of Age" ihr zweites Album – und das ist, wie der Titel bereits impliziert, noch ausgefeilter als der Erstling. Von diesen vieren darf man noch einiges erwarten.