"Diese Welt ist geil, denn ich hab' alles, was ich brauch'. Und nein, ich will hier nie wieder raus, solange ich hier bin mach' ich das Beste draus!" - Cro, wegen seiner Maskierung auch als "Panda-Rapper" bekannt, nimmt seine eigenen Worte ernst. Mit "Raop" - einer Wortschöpfung aus Rap und Pop, den beiden Stilrichtungen, aus denen der Nachwuchs-Sprechsänger seine Tracks zusammenbaut - liefert der Musiker sein erstes physisches Album ab (seinen Erstling "Meine Musik" stellte er als Gratis-Download zur Verfügung). Die Platte präsentiert sich als Gute-Laune-Tanksäule. Bei Tracks wie "King Of Raop", "Geile Welt" (der Song, aus dem die obige Textzeile stammt), "Meine Zeit" oder "Nie mehr" zeigt sich: Hier ist jemand angekommen, bei sich selbst genauso wie im Mainstream. Kein Wunder, hat das kreative Multitalent, das nicht nur rappt, sondern auch seine – erfrischend abwechslungsreichen - Beats selbst kreiert, doch einen sprichwörtlich kometenhaften Aufstieg hingelegt. Cros Single "Easy" mauserte sich vom Internet-Geheimtipp zum Charthit und Größen wie Jan Delay nennen ihn "die Zukunft des Deutschrap". Doch trotz des Höhenflugs kann er auch mal andere Saiten aufziehen. So geht das eingängige "Ein Teil" sicher jedem zu Herzen, der das Ende einer großen Liebe bereits am eigenen Leib erfahren hat. Und bei Stücken wie "Hässlich" oder "Einmal um die Welt" scheint eine feinsinnige Ironie durch, von der sich der ein oder andere Songwriter gern ein Stück abschneiden kann.
Als Frontmann der Indie-Band Under The Influence Of Giants begann Aaron Bruno seine musikalische Karriere. Mit Awolnation startet der US-Amerikaner seit 2010 solo durch. Er wolle "kein Popstar sein", sondern "einfach nur Songs schreiben, die so gut sind, dass Menschen jeglicher Form und Größe sie lieben können", erklärte Bruno in einem Interview mit dem "Rolling Stone". Könnte klappen, ist doch in dem musikalischen Menü, das der wie "Schwiegermamas Liebling" aussehende Künstler serviert, für jeden Geschmack etwas enthalten. Der Musiker würzt Bombast-Pop mit rotzigen Punk-Lyrics und rundet das Ganze mit einer Prise Indie-Bastelei ab, ohne dabei das Gesamtkunstwerk aus den Augen zu verlieren. Wohl bekomm's!