"Boyband für Erwachsene", "die neuen Pet Shop Boys", "die Pioniere des Indietronic" – die Bezeichnungen, mit denen sich Hot Chip schmücken können, sind so vielfältig wie ihre Musik. Auch was die Briten auf ihrem fünften Album "In Our Heads" präsentieren, ist schwer in Schubladen zu verpacken. Das Quintett bedient sich munter bei Soul, Post-Punk, Alternative und schreckt auch vor Techno-Elementen nicht zurück. Was dabei herauskommt, ist ein Sound, der sowohl auf der Tanzfläche als auch zu Hause funktioniert, genauso Großraumdisco-tauglich wie Underground-verträglich ist. Hot Chip schaffen einen Balanceakt zwischen tanzbaren Beats, verträumten Lyrics und beschwingten Electro-Einflüssen, der universell einsetzbar ist ("Motion Sickness", "How Do You Do"). Dabei bleibt die Scheibe durchgehend abwechslungsreich. So ringt sich "Look At Where We Are" um ein Gitarren-Pattern, das an die Chili Peppers erinnert. Und "Night And Day" überrascht zwischen elektronisch verzerrten Vocals und Dance-Beats mit in hoher Stimmlage geschmetterten Background-Gesängen, die auch einem Michael-Jackson-Song entsprungen sein könnten. Da kann man sich nur freuen, dass Hot Chip den Albumtitel Lügen strafen und, was in ihren Köpfen erklingt, auch nach außen dringen lassen.
Uptempo-Indie-Pop mit Gute-Laune-Faktor: 2011 wählte das "Esquire"-Magazin die Single "Anna Sun" von Walk The Moon unter die "30 Sommer-Songs, die jeder hören sollte". Der eingängigen Leichtigkeit, die die Band aus Cincinnati in ihren Songs vermittelt, kann man sich auch kaum entziehen. Das gilt auch live – Auftritte im Vorprogramm von Weezer, Panic At The Disco und den Kaiser Chiefs bescherten der Band zahlreiche Fans. Und dass die Jungs gern in bunter Kriegsbemalung auf der Bühne stehen, ist dem Gemütszustand sicher nicht abträglich. Mit ihrem selbstbetitelten zweiten Album (VÖ: 19.06.12) im Gepäck kommen Walk The Moon Anfang Juli erstmals nach Deutschland, um in Berlin und Hamburg gute Stimmung in den Clubs zu machen.