Wie mag das wohl klingen, wenn Buddy Holly Bob Dylan ans Mikro bittet? Die Antwort bietet – bis zu einem gewissen Grad – Devin Therriault. Die schnarrend-nasale Stimme des New Yorkers erinnert an die Folk-Legende in etwas höherer Tonlage. Devin packt mit seiner gleichnamigen Band auf den Retro-Rock-'n'-Roll allerdings eine fette Schippe Drive und Rotzigkeit oben drauf. Das Debütalbum "Romancing" lässt dann auch kaum Zeit zum Durchatmen - und macht irgendwie Lust, sich mal wieder den Kultfilm "Cry-Baby" reinzuziehen. Der Opener "Masochist" bricht ohne Umschweife mit scheppernden Gitarren und einem treibenden Beat los, und Therriault treibt das Tempo mit seinem Gesang dann noch auf die Spitze. "I’m Not A Fool" schreit mit kantigen Pausen geradezu nach einem Hüftschwung à la Elvis. Und mit "In My Solitude" ist auch der passende Soundtrack für kuschelig-romantischen Engtanz gewährt - wobei hier der Kuschelsound im Kontrast zum eher trübseligen Text steht. Was die Lyrics angeht, animiert das Album ansonsten hauptsächlich zu Frühlingsgefühlen – so oft die Wörter "My Baby", "My Girl", "Love", "Heart" und "Kiss" zu verwenden, traut sich heutzutage kaum noch eine Band. Kann man sich aber leisten, wenn man ein derart tanzbares Gute-Laune-Album abliefert.
Atmosphärisch, luftig-leicht, raumgreifend - die Indie-Pop-Rocker The Temper Trap haben mit ihren verträumten Klängen von Melbourne aus die Welt erobert. Bereits mit seiner 2008 erschienenen ersten Single "Sweet Disposition" konnte sich das Quintett in Großbritannien in den Top Ten platzieren. Mehrere Werbespots und Serien nutzten den Song als musikalische Untermalung und auch auf dem Soundtrack zum Film "(500) Days of Summer" fand sich der Ohrwurm wieder. Das Debütalbum "Conditions" fand entsprechend Anklang. Jetzt steht die Veröffentlichung des Nachfolgers "The Temper Trap" kurz bevor (VÖ: 18.05.12) und im Juni rocken die Jungs dann die Clubs in Berlin, Köln und Luxemburg.