Glaubt man ihrer Webseite, so legte der Vater von Rachael Yamagata einst etwas Geld für ihre Hochzeit beiseite. Dieses Geld floss im vergangenen Jahr dann tatsächlich in eine große Liebe: die der 36-Jährigen zur Musik. Die Produktion ihres dritten Studioalbums "Chesapeake" hat die Reserven verschlungen. Die US-Amerikanerin hat es in Eigenregie mit der Unterstützung zahlreicher engagierter Mitmusiker im Haus ihres Produzenten John Alagia an der "Chesapeake Bay" zusammengestellt. Mit Klavier im Schlafzimmer (wo der Klang am besten war) und Gesangsmikros in der Dusche (für natürlichen Hall) ist eine Scheibe voller Tiefe entstanden. Und Songs, denen man – auch ohne Schleier und Torte – vor allem eben eines anhört: Liebe. Das gilt zum einen für die sorgfältig gewählte Instrumentalisierung: Von verträumten Piano-Passagen ("You Won’t Let Me", "Full On", "I Don’t Wanna Be Your Mother") über groovige Bässe ("Stick Around") bis hin zu spritzigen Drums ("Even If I Don’t") und sparsam auf den Punkt gebrachten Gitarrensounds ("Dealbreaker") ist für jeden Geschmack etwas dabei. Aber auch textlich bearbeitet die Songwriterin das Auf und Ab zwischenmenschlicher Beziehungen in all seinen Facetten. Für Nicht-, Nicht-Mehr-, Gerade-Frisch- und allgemein Ins-Leben-Verliebte.
Denkt man an eine Brutstätte energiegeladenen Indie-Rocks, wird einem kaum das niedersächsische Örtchen Rothenburg/Wümme einfallen (außer man erinnert sich, von Bremen aus mit dem Zug auf dem Weg zum Hurricane Festival dran vorbei gekommen zu sein). Zwischen Fachwerk-Idyll und Pferdeweiden haben sich aber fünf Jungs zusammengefunden, die die ländliche Stille seit 1999 mit rockigen Klängen durchbrechen. Thorsten Finner, Patrick Hoke, Andreas Ott, Sänke Jäger und Sebastian Schecker alias Everlaunch veröffentlichten Mitte März ihr zweites offizielles Studioalbum "Number One" und sind seit ihrer Entdeckung durch FKP-Scorpio-Oberhaupt Folkert Koopmanns steil auf dem Weg nach oben. Die Strecke zum Backstage-Bereich des Hurricane Festivals haben sie jedenfalls bereits zweimal zurückgelegt und auch das Publikum beim Southside, Area 4 und Highfield Festival gerockt.