Es kursiert eine Geschichte über Kristoffer Ragnstam: Seine Mutter soll ihm sein erstes Schlagzeug unter der Bedingung gekauft haben, dass er ein Jahr lang auf Süßigkeiten verzichtet. Und das, obwohl in Kungäv, dem Ort, in dem Ragnstam aufgewachsen ist, eine Keksfabrik steht, durch die es laut dem Musiker im ganzen Ort ständig nach Gebäck roch. Eine ordentliche Portion Leidenschaft für die Musik brachte der Skandinavier also offensichtlich von Anfang an auf. Und die hat sich gelohnt: Mit seinen zwei Soloalben "Sweet Bills" und "Wrong Side Of The Room" erspielte er sich den Ruf als "Schwedischer Beck". Dann hatte er genug von der Einsamkeit und suchte sich zwei Mitstreiter. Das Ergebnis der Zusammenarbeit ist "Little Goes A Long Way", das erste Album, das unter dem Bandnamen "Kristoffer And The Harbour Heads" veröffentlicht wurde. Die Scheibe vereint soulige Elemente, Songwriter- Pop, Prog-Rock-Klänge, Kuhglocken-Gebimmel, säuselnden Chor- gesang und Pianosounds. Beim ersten Anhören gibt sich das so schwer zu kategorisierende Werk ob der vielen Einflüsse naturgemäß etwas sperrig, doch mit jedem Durchlauf sickert die melodische Melancholie der Schweden einem tiefer in die Seele und entfaltet sich schließlich in seiner ganzen Schönheit. Anspieltipps: "Only For Rachel", "Same Drug", "Even, Not Settled", "Whyte And Black", "From Heaven To Sweden", "Who Set This City On Fire".
Schwere Themen, federleicht verpackt: Cherilyn MacNeil singt mit herzzerreißend klarer Stimme von Zerrissenheit, von Einsamkeit, von Vergänglichkeit. Hier lauern Selbstzweifel, Depressionen und Mordgelüste, eingehüllt in ein harmloses Folkpop-Gewand. Die aus dem südafrikanischen Johannesburg stammende Musikerin versteckt ihre düstere, gebrochene Poesie hinter einem Soundgerüst, das theatralisch-vollmundige Klangkaskaden inklusive Streicher-Parts, Chorgesang und Waldhörnern, mit punktgenau gesetzten Piano-Akzenten verbindet.