Draußen ist es kalt und ungemütlich – was liegt da näher, als das nächste Flugzeug zu nehmen und in sonnigere Gefilde zu flüchten? Kann sich leider nicht jeder leisten, hat auch nicht jeder Zeit für, also muss man manchmal die zweitbeste Möglichkeit wählen: Heizung aufdrehen, Hängematte im Wohnzimmer aufspannen, Augen schließen und wegträumen. Klar, dass dazu der entsprechende Soundtrack gehört – hiermit können Che Sudaka dienen: Akustik-Gitarre, Bongo-Trommeln und mehrstimmiger Reggae-Gesang mit gelegentlichen Ausflügen gen Rap und Ska lassen keine andere Gedankenkulisse zu als einen Strand voller umtriebiger Surfer. Wer bei diesem Bild noch nicht in einen tiefenentspannten Geisteszustand abgedriftet ist, dem sei gesagt, dass es sich auch lohnt, auf die (hauptsächlich spanischen) Texte zu hören, die durchaus nicht nur "Easy Listening"- Stoff verarbeiten. Als "Mestizo" wird der Musikstil bezeichnet, der mit Manu Chao auch hierzulande immer populärer geworden sind. Che Sudaka gehen allerdings auch nicht mehr als Newcomer durch. Das aktuelle Album "10" trägt seinen Titel schließlich passend zum Bandjubiläum. Anspieltipps: "Ya nunca me veras caer", "Inmigrant Soul", "Desearía", "Crisis De Amor".
Sascha Ring, a.k.a. Apparat, hat von Berlin aus in den letzten Jahren die Clubs der Republik erobert. Für sein aktuelles Album "The Devil’s Walk" zog sich Ring mit zwei Mitstreitern in eine Kleinstadt am Rande des mexikanischen Dschungels zurück. Entstanden ist dort etwas, das man als musikalische Melancholie in Reinform bezeichnen kann: Rings Stimme, die häufig mit der von Radiohead-Vocalist Thom Yorke verglichen wird, schwebt durch die watteweichen Melodien zwischen Trauer und Schönheit. Ein Klangteppich aus Ukulelen, Gitarren, Schlagzeug und Keyboards vermittelt ein ganz eigenes Verständnis von elektronischem Pop. Im April bringt Ring seine neuen Songs mit Live-Band in die Clubs.