Ulrich Tukur ist nicht nur als Schauspieler (u.a. "Das Leben der Anderen", "Tatort") erfolgreich, er mischt mit seinen Rhythmus Boys seit 1995 auch die Musikszene auf. Für ihre beiden Alben "Wunderbar dabei zu sein" und "Morphium" heimste die Kapelle Jazz-Award-Auszeichnungen ein. Die "älteste Boygroup der Welt" orientiert sich an der Musik der 20er- bis 40er-Jahre. Die aktuelle Scheibe "Musik für schwache Stunden" swingt und groovt dementsprechend unterhaltsam vor sich hin. Da gibt es unter anderem Interpretationen von Zarah Leanders "Ich steh’ im Regen" und Johannes Heesters’ "Liebling, was wird nun aus uns beiden?" zu hören. Außerdem begeistert die Tanzkapelle mit einer Rock-'n'-Roll-Version von "Marinai, donne e guai", einem Song des italienischen Grammy-Gewinners Domenico Modungo. Aber auch Eigenkompositionen überzeugen: So ist z.B. "Fun On The Titanic", ein eingängiges Stück im Monty-Python-Stil, einer der Höhepunkte der Platte. Und wenn zum Abschluss die letzten Noten einer deutschen Version von Charles Trenets "Que reste-t-il?" ("Was bleibt zurück?") verklungen sind, ist die Antwort eindeutig: ein nostalgisches Lächeln auf den Lippen.
Eine Stimme, die zeitweilig an Placebo-Frontmann Brian Molko erinnert, thront über großflächig wabernden, poppigen Synthie-Sounds, die sich verliebt an wummernde Wave-Bässe kuscheln. Dazu tanzen perfekt abgestimmte Post-Punk-Gitarren: Das britische Quintett S.C.U.M. surft auf einer modern angehauchten Mischung à la "Joy Division trifft My Bloody Valentine" Richtung Erfolg. Kein Wunder, schließlich ist die Band beim Vorzeige-Indie-Label Mute Records (u.a. Depeche Mode, Goldfrapp, Erasure) unter Vertrag. Im Februar ist die aus vier männlichen und einem weiblichen Bandmitglied bestehende Combo auf Clubtour in Deutschland unterwegs.