"Automat Superiéur", die zweite Platte der Hamburger Indie-Rocker Sixxxten wurde komplett live und analog eingespielt. Keine produktionstechnischen Schnörkel belasten die Drums. Kein Bombast, kein Weichspüler ist mit den rauen, dreckigen Gitarrenriffs in Berührung gekommen. Dazu rotzt Sänger Hanno den Hörern auch noch mit ungeschliffenen Texten die Gehörgänge frei. Da zieht man schon mal irritiert die Augenbrauen hoch, wenn einem Textzeilen wie "denn der Mensch an sich wünscht sich so sehr seine toten Kinder zum Dessert" ("Bilder von Bergen") oder "Blut rein, Blut raus, die ganze Welt im Blutrausch" ("Blut rein, Blut raus") um die Ohren fliegen. Klingt nach harter Kost? Ist es, und ist es nicht. Mit "Automat Superiéur" schaffen Sixxten ein surreales, düsteres Parralleluniversum. Sich die Platte anzuhören fühlt sich an, als dürfe man wieder Kind sein und sich vor Wut und Frustration auf den Boden werfen und mit den Beinen strampeln. Für die Umwelt nicht immer angenehm, aber herrlich befreiend.
"NME" erklärte zu The Crookes: "eine Band, die so gut ist, wird wahrscheinlich nicht lange im Verborgenen bleiben", und der "Guardian" krönte sie schon 2009 zur "Band des Tages". Warum das Quartett aus Sheffield so viele Lorbeeren erntet, ist beim Anhören sofort klar. Sänger George Waite lullt einen mit einer Stimme ein, die poetisch, melancholisch und romantisch klingt, ganz gleich, was er singt. Das erinnert zuweilen ein wenig an The Smiths, oder auch an Belle and Sebastian, erhält aber durch die Begleitung mit Harmonikas, Banjos und Spielzeuggitarren eine ganz eigene Färbung. Ende November kommen die Briten für vier Clubshows nach Deutschland.