Kinder talentierter Musiker haben es im Pop-Business schwer. Ob Julian Lennon oder Kelly Osbourne, die Bürde der Väter lastete zu schwer auf ihnen. Mit Adam Cohen schickt sich nun ein weiterer Sohnemann an, aus dem langen Schatten seines Dads, Leonard Cohen, zu treten. Die Songwriter-Legende prägte nicht nur ein ganzes Genre, sondern schuf dank der unverkennbar-dunklen Stimmen ein ganz eigenen Sound. Cohen Junior wählte jedoch einen klügeren Weg als die Kelly und Julian: Er musizierte ganz erfolgreich als Frontmann der Band Low Millions und veröffentlichte bereits Alben, bis er den Vater-Sohn-Vergleich mit dem ebenfalls ruhig-melancholischen 2011er Werk "Like A Man" direkt suchte. "Bei Like A Man trage ich meinen Genen und meiner Familiengeschichte Rechnung. Trotz meinen Versuchen eine andere Identität zu entwickeln, gehöre ich in Wirklichkeit zu einer langen Liste von Menschen, die sich mit Geschäft der Eltern widmen", so Adam. Und so schweben die Songs im Leonard-Cohen-Style durch die Boxen - wenn auch noch nicht ganz so intensiv und einzigartig wie beim Vater.
Wer Glen Danzigs Macho-Monster-Tune "Mother" als süß-schleichenden Psychadelic-Bastarad interpretiert, kommt irgendwann eh in den Rock-Halle der Götter. Sängerin Jenn Wagner und Muliinstrumentalist Andy Stack aus Maryland kreieren als Wye Oak auf der angesprochenen Coverversion und auf den eignen Songs einen atmosphärisch dichten Noise Pop, der The Notwist zur Ehre gereicht hätte. Wer es nicht glaubt, der höre, "For Prayer", dessen Gitarren-Keyboard-Part um Minute 2:37 herum, zum wirklich größten Moment der letzten Jahre gehört. Seit 2006 gibt es Band bereits und mit "Civilian" erschien im März 2011 ihr drittes Album.