Blues, Gospel, Folk und Big Band-Sound wirft der britische Singer/Songwriter Jamie N Commons dem Zuhörer vor die schmutzigen Stiefel. Sofort rückt Tom Waits ins Gehörfeld und auch wenn Jamies Stimme zuweilen an die der lebenden Legende erinnert, so ist sie doch viel melodiöser und weniger kehlig. Dieser Mainstream-Appeal tut den sechs Songs der EP "The Baron" durchaus gut. Alles klingt wie aus einem Guss. Egal ob im spannungsgeladenen Südstaaten-Stamper "The Preacher", beim Mumford And Sons-Klon "Now Is Not The Time", dem intensiven Akustik-Klampfer "Lola", dem klassischen Gospel in "Hold On" oder im bluesig-groovigen "Nina", N Commons hält die Songs zusammen. Und das mit zarten 22 Lenzen. Wahnsinn! Wer noch nicht genug hat, dem sei der Free-Download-Track "Wasted Time" ans Herz gelegt: eine klassisch-melancholische Piano-Ballade der Extraklasse.
Newcomer James Blake sprengt sämtliche Genre-Grenzen. Radiohead, Beth Gibbons, Dubstep, Elektro-Avangarde, Singer/Songwriter-Pop, die assoziative Liste für den Londoner ist lang. Der schüchterne Jungspund aus dem 1989er Jahrgang bekommt das musische Talent vom Vater und Songschreiber in die Wiege gelegt. Er selbst studiert dazu am Londoner Goldsmiths College Populär-Musik. 2009 geht Blake dann total durch die Decke. Radio-DJ Gilles Peterson spielt seine Maxi "Air And Lack Thereof" auf BBC auf Hot Rotation und lädt James später auch zum gemeinsamen Plattendrehen on Air ein. Ein Jahr später gelingt ihm mit der Coverversion des Feist-Songs "Limit To Your Love" der Durchbruch. Das im Februar 2011 veröffentlichte, selbstbetitelte Debütalbum macht ihn zum Indie- Elektro- und Kritikerliebling in Europa.