Frankfurter hassen liebend gerne - im Hip Hop sind Künstler wie Azad und das Rödelheim Hartreim Projekt für klare Ansagen in Sachen Emotion bekannt. Ihre Stadtnachbarn von Sep7ember rocken vom Rap zwar meilenweit entfernt, die Hymne "I Hate NY" kultiviert Hass jedoch auf eine unglaublich packende, mehrschichtige Art. Getragen von dem an Placebo erinnernden Gesang und den rockigen Gitarren schmettern Sep7ember einen Rock'n'Roll-Rhythmus mit dem einprägenden Refrain "I hate NY, I hate the city i live in" durch die Boxen. Es ist ein Anti-T-Shirt-Song, eine Anti-Lokalpatriotismus-Hymne der schönsten Art, Emo-Refrain inklusive. Überhaupt Emo - Sep7ember nennen ihren Sound zwar Hard-Pop - die Liebe zu harmoniestarken, dramatischen Emo-Hooklines zeigt sich aber in fast jedem Song. Dabei kommt die seit 2007 lärmende Combo so stimmig, so druckvoll daher, dass "Strange Ways Of Going Home" noch lange Zeit im iPod rotieren wird.
Blues, Country und Folk spielen im musikalischen Leben des Timber Timbre-Bandleader Taylor Kirk die größte Rolle. Ein Leben, das von sehr viel Melancholie und dunklen Stimmungen geprägt zu sein scheint, bezeichnet er seinen Stil doch selbst als "Gothic Rockabilly Blues". Vergleiche mit dem ersten, tief verzweifelten Bon Iver-Album drängen sich förmlich auf. Mit "Cedar Shakes" (2006), "Medicinals" (2007), "Timber Timbre" (2009) und zu guter Letzt "Creep On Creepin On" (2011) ist Taylor jedoch kein Jungspund mehr und wird seinen langsam-groovenden Dark-Sound auch live intensiv und anregend an die Fans bringen.