Muse haben es getan. Linkin Park, Lykke Li, The Dead Weather und eben auch Eastern Conference Champions (ECC). "Die hatten einen Song auf dem Twilight-Soundtrack" ist so eine Phrase, die seit 2008 inflationär gebraucht wird. Aber wie auch immer man über Vampir-Stories denken mag, die musikalische Untermalung der Saga beißt sich mit einigen Highlights ins Öhrchen - ECC und ihre fragile, melancholische Mischung aus Indie-Rock und Pop gehören in jedem Fall dazu. Die Stimme von Frontmann Josh Ostrander liegt irgendwo zwischen Radiohead-Frontmann Thom Yorke und einer jüngeren Version von Bob Dylan und verleiht den Songs ein folkiges Feeling ("Attica"). Das Spektrum reicht von Balladen ("Patience") bis hin zu Midtempo-Nummern mit dem richtigen Maß an Pathos, die so gelegentlich an Muse erinnern ("Sunshine"). Den Song "Hurricane", den wir diese Woche verschenken, ließ die FKP Scorpio Konzertproduktionen GmbH beim gleichnamigen Festival dieses Jahr aus den Boxen dröhnen, um auf die Tourtermine all ihrer Bands hinzuweisen. Will ja auch was heißen.
"Die Musik selbst muss größer sein als derjenige, der schreibt oder singt", erklärte Helgi Jónsson gegenüber motor.de. Der gebürtige Isländer und studierte Jazz-Posaunist hat auf Tour der ebenfalls aus Island stammenden Sigur Rós Bekanntheit erlangt. Dort hat er sich vom Teil der Band zum eigenständigen Supportact hochgearbeitet. Mit seinen breiten Soundlandschaften und den zeitweise geflüsterten Lyrics klingt in Jónssons fragilem Pop auch bisweilen eine Ähnlichkeit zu seinen Landsleuten durch. Dabei verliert der Wahl-Österreicher aber nie seine Eigenständigkeit.