"We don’t need nobody else. I got you and you got me – oh let’s just keep this for ourselves". Mit dieser Textzeile startet der Opener "Tonight" auf Nick Howards zweitem Longplayer "When the Lights Go Up". Und dann nimmt der Brite den Hörer mit auf eine 40-minütige Reise ins Kuscheluniversum. Howard bezaubert mit entspanntem Songwriter-Pop, der mit seiner textlichen Romantik-Lastigkeit die Schlagfrequenz manches Frauenherzens erhöhen dürfte. Gleichzeitig sind Songs wie "Falling For You" oder "Tomorrow" aber catchy und direkt und scheuen auch Ausbrüche in rockigere Gefilde nicht, so dass die Gefahr von Kitsch zu keiner Zeit aufkommt. Selbst dann nicht, wenn, wie bei der Abschluss-Ballade "On The Line" auf die klischee-behafteten Streicher zurückgegriffen wird.
Snoop Dogg 2.0: Die Legende aus L.A. reicht dieses Jahr anstandslos seine Blunts an Cameron Thomaz, besser bekannt als Wiz Khalifa, weiter. Wie der Doggfather vermengt auch Wiz einen smoothen Flow, lässige Lyrics und poppig-coole Sportzigaretten-Styles zu einem süchtig machenden Joint Venture, das 2011 in Form des dritten offiziellen Albums "Rolling Papers" die Charts erklomm. Erfolg und Credibility sind umso erstaunlicher, wächst er doch in der Rap-Provinz Pittsburgh auf und liefert mit der Stadt-Hymne "Black And Yellow" inklusive Snoop-Remix auch noch seinen größten Single-Hit ab. Live wird der Liebhaber der Chuck-Taylor-Sneakers vor allem aus einem reichhaltigen Mixtape-Fundus schöpfen können. Seit 2005 veröffentlichte Khalifa über zehn Tapes, von denen "Kush And Orange" zu den Top-Werken 2010 gehört.