Sanft, verspielt, melancholisch. Mimis Solo-Debüt entführt den Hörer in eine ganz eigene Welt. Ein bisschen ist das, wie das Tagebuch einer anderen Person zu lesen. Intim, bekannt und manchmal ganz schön düster. Mimi, die eigentlich Sarah heißt, trägt einen mit ihrer rauchigen Stimme durch die Songs. Auffallend ist, dass der Stil der Nachwuchs-Sängerin schwer zu kategorisieren ist. Da trifft sanfter Songwriter-Pop ("Easy", "Without Love") ohne Umschweife auf Tanzbares mit galoppierenden Beats ("Edge Of The Line", "Don’t You Mourn The Sun"). Da braucht es zum Erfolg eigentlich gar keine Playboy-Fotos, wie Mimi sie im April 2009 machen ließ, und selbst ein berühmter Nachname wird eher zur Randnotiz – auch wenn der in diesem Fall Müller-Westernhagen lautet.
CSS, das ist die Abkürzung von "Cansei De Ser Sexy", was so viel bedeutet wie "Keine Lust mehr, sexy zu sein." Ob den Brasilianern das "Nicht-sexy-sein" gelingt, ist allerdings zweifelhaft. Ihre Mischung aus US-amerikanischem Indie-Rock, brasilianischer Rhythmik, Reggae und Punk hat es nämlich ganz schön in sich und regt auch gerne mal zum Tanzen an. Und Selbiges ist ja, wie der Volksmund sagt, auch als "vertikaler Ausdruck eines horizontalen Verlangens" zu bezeichnen. Dabei wechselt das südamerikanische Quintett ganz ungehemmt zwischen englischer, spanischer und portugiesischer Sprache - auch nicht gerade unerotisch.