Bei den ersten Klängen von "The Gangs Are Gone" möchte man sich am Liebsten ein Glas Rotwein eingießen und den Blick schweifen lassen. In die Ferne und über sein Leben, das Ich und das Dazwischen. Darum geht es nämlich auf "The Gangs Are Gone": um die Suche nach Identität und Heimat zwischen Aufbruch, Zerstörung und Entwurzelung. Das Nachfolgealbum des von Presse und Fans gelobten "Medicine & Metaphors" knüpft an den Sound des Vorgängers an und gibt sich folkig und rockig – gewürzt mit einer guten Portion Sehnsucht und Melancholie. Black Rust geben sich vielfältig und abwechslungsreich und überzeugen mit einem breiten Instrumentenspektrum – von härteren Beats und satten Gitarrenriffs ("Rain/Roses", "Present Nothing, Past Less") bis hin zu Bläsern, Glockenspiel, Akkordeon und Streichern ist alles dabei. Und für "Broken Home" hat sich Sänger Jonas Künne sogar weibliche Unterstützung ins Studio geholt.
Es gibt Musiker, die sich den Kopf über das passende Image und den perfekten Bandnamen, zerbrechen. Nicht so Sam Beam. Der bärtige Singer/Songwriter, der sich hinter Iron And Wine verbirgt, kupfert seinen Künstlernamen von einem Proteinzusatz ab, frickelt sein erstes Album "The Creek Drank the Cradle" in seinem Wohnzimmer zusammen und lebt ein rockstar-untypisches Leben mit Frau und Kindern. Klingt unspektakulär. Wäre da nicht seine große Gabe, Folksongs in raffinierte, wunderschöne Soundarrangements zu stecken und damit auch den Plattenchef von Sub Pop auf den Plan zu rufen. Anfang 2011 erschien sein viertes Album "Kiss Each Other Clean", auf dem Sam Beam mit zehn wunderschönen Folksongs über Liebe, Gott und die eigene Sterblichkeit verzaubert.