Der ein oder andere Alter Bridge-Fan mag befürchtet haben, dass die Band, die zu drei Vierteln aus Mitgliedern von Creed besteht, nach der Wiedervereinigung des erfolgreichen "großen Bruders" ins Nirvana entschwinden würde. Doch Mark Tremonti, Brian Marshall und Scott Philips bleiben ihrem Zweitprojekt trotz Creed-Reunion treu. Ein Glück! Liefern die Amerikaner doch mit "AB III" abseits des Mainstreams ein formvollendetes Alternative-Album ab. So präsentiert sich bereits "Slip To The Void" als kraftvoller Opener und auch "Still Remains" oder "I Know It Hurts" fahren gekonnt auf einer härteren und weniger pathetischen Schiene als Creed. "Wonderful Life" beweist erneut, dass die Band auch mit Myles Kennedy (ehem. The Mayfield Four) am Mikro balladeske Ausflüge nicht scheut. Dabei ist das Werk eindeutig ein "Grower", dessen Qualitäten sich mit jedem Hören mehr erschließen.
Sie sind hierzulande sowas wie die Lieblinge der Plattenkritiker und zukünftigen Schwiegermütter. Mit eingängigen Hooks und Mitsing-Melodien sowie jeder Menge Eigeninitiative (wer weiß, ob man in Europa etwas von ihnen wüsste, wenn sie nicht eigenhändig ihre Platten über den großen Teich geschickt hätten) haben sich Jimmy Eat World einen festen Platz in den Herzen der Rock-, Emo- und Alternative-Gemeinde erkämpft. Im November stellen die Jungs ihr aktuelles Album "Invented" (VÖ 24.09.) live in Deutschland vor.