Überbordende Synthies, Glockenspiel und -geläut in allen Variationen, skurriler Gesang, minimalistische Schlagzeug- und Gitarrenklänge - die Caribou-Platte "Swim" ist alles, nur nicht monoton. Dumpfe Bass-Herzschläge und blubbernde Elektro-Sounds begleiten den Hörer durch die meisten Songs. Das Machwerk des ehemals als Manitoba bekannten Kanadiers lässt irgendwo zwischen Dauertrip und Erleuchtung schwindelerregende Klangbilder entstehen, die nach dem Motto "mehr ist mehr" funktionieren. Wer sich auf die bewusst chaotische Mischung aus (auch mal wie bei "Kaili" absichtlich verstimmten) Synthies und diversen anderen Tonquellen einlässt, kann sich im bunten Klangfarben-Strudel treiben lassen, ohne ins Schwimmen zu geraten. So geschehen offenbar auch bei den Organisatoren des Berlin Festivals, die den Song "Sun" prompt zum offiziellen Festival-Titeltrack erklärten.
Junip begeistern mit einem eingängigen Mix aus weichem Gesang, sanften Melodien, hauchzartem Synthesizer und akustischen Indie-Klängen. Eigentlich gibt es die Band um Songwriter José Gonzales bereits seit zehn Jahren, doch da der musikalische Weg nicht immer geradlinig zu begehen ist, erscheint erst jetzt das Debütalbum der Schweden ("Fields", VÖ: 10.09.10). Wie das Ganze live klingt, kann man sich dann bei Terminen in München, Stuttgart und Köln auch gleich anhören.