Disco Ensemble, das generiert ja zunächst ein Bild von viel Glitzer und glühendem Tanzfieber. Aber Fehlanzeige - die Band passt dann doch eher in einen schummrigen Kellerschuppen oder aufs Festival, wo Docs anstelle von Plateau-Schuhen angesagt sind. Die Finnen begeistern mit einer Mischung aus Post-Hardcore und Pop-Punkrock und liefern mit "The Island of Disco Ensemble" bereits ihr viertes Album ab. Und zwar eines, das dazu einlädt, den Lautstärke-Regler ordentlich hochzudrehen. Hier lauern irrwitzig verzerrte Gitarren ("Pitch Black Cloud") neben Nintendo-Elementen ("So Cold") und was sich ins sanfte Kleidchen einer elektronisch inspirierten Ballade hüllt, wird schon mal von Drum-Gewittern unterbrochen, die einen bis auf die Haut durchnässen ("Get Some Sleep"). Das klingt manchmal ein wenig nach Billy Talent, immer etwas verrückt und jederzeit druckvoll.
Eine Band, an der man quasi nicht vorbeikommt – Songs der Alternative-Rocker Anberlin finden sich bei "Guitar Hero 6" genauso wie in den Soundtracks zu Serien wie "Vampire Diaries" oder "Beverly Hills 90210". Mit Spannung erwartet man ihr neues Album "Dark ist the Way, Light is a Place" (VÖ am 07.09.), das, produziert von Brendan O’Brien (Pearl Jam, Bruce Springsteen, Rage Against The Machine) verspricht, die Band ein ganzes Stück nach vorn zu bringen. Vergleiche mit U2, INXS oder Muse gibt es jetzt schon. Wer also sichergehen möchte, die Jungs noch im intimen Club-Umfeld zu erleben, sollte die Chance Mitte August nutzen.