Kaizers Orchestra haben mit "Violeta Violeta Vol.1" ein derart vielschichtiges Werk geschaffen, dass es schwierig ist, sich zu entscheiden, was man dazu schreiben soll. Ein bisschen Tom Waits. Etwas Zigeuner-Flair. Marschmusik, zu der nun wirklich kein Mensch marschieren kann. Und dazu Texte, in denen zwischen Komik und Ironie bis hin zu Philosophie und Poesie alles vertreten ist, auch wenn sie hierzulande wohl die wenigsten verstehen. Die Norweger bleiben ihrer Landessprache nämlich auch auf ihrem sechsten Studioalbum treu. Songtitel wie "Femtakt filosofi" (Philosophie im Fünfviertel-Takt) oder "Din kjole lukter bensin, mor" (Dein Kleid riecht nach Benzin, Mutter) lassen ja bereits einiges erahnen, aber auch, wer des Norwegischen nicht mächtig ist, wird von der Scheibe begeistert sein. Das Album steckt voller Energie, Positivität und Kreativität und könnte wohl selbst den "ich hasse"-Schlumpf zum Mitpfeifen animieren.
Das aus Sängerin Alison Mosshart (alias VV) und Gitarrist Jamie Hince (alias Hotel) bestehende britisch-amerikanische Duo The Kills lässt sich nur sehr schwer in eine Schublade stecken. Mosshart und Hince sind Meister der minimalistischen Produktion. Ohne großes Tam-Tam verbinden sie auf ihre ganz eigene, karge Weise Elemente aus Blues, Punk und Independent und schaffen so Songs, die ganz aufs Wesentliche konzentriert sind. Im April erscheint ihr viertes Studioalbum "Blood Pressures", das sie direkt in Berlin live präsentieren.