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KOLARI

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Fear / Focus

Es geht einfach NICHTS über eine vernünftige Selbstbeschreibung einer Band. Und KOLARI aus Hamburg haben die wohl schönste Selbstbeschreibung, die wir seit langem bzw. vielleicht sogar je gelesen haben. Zitat daraus: „Sozialkarate, Wutsushi, Ellenbogenliebe. Drei Worte, die die vier Wände darstellen, in denen KOLARI versuchen ihre Songs mit bloßen Händen aus dem ADHS-Granit dieser Welt herauszulösen.“

Oder auch schön: „Stell dir vor, du hältst eine Kettensäge in einen Kühlschrank voller Katzenbabys, während dir jemand 2000°C heißes Käsefondue über den Kopf kippt – so hast du einen visuellen Eindruck davon, wie KOLARI klingen.“

Gut, oft genug erweisen sich solch gewitzte Eigenbeschreibungen als hohle Luft – dann nämlich, wenn die Musik nicht mit dem hohen Standard der appetitanregenden Worte mithalten kann. Ein Problem, das KOLARI definitiv nicht haben: „Fear / Focus“, das Longplay-Debüt von Dwarfmaster Flash, Bumblebear, The Wall, Octopimp und Sweetie Pie (Oh. Mein. Gott.), ist nämlich nicht weniger als gigantisch. Ein faszinierend vielseitiger Post-Hardcore-Brocken, der cholerisch, raffiniert, ohrwurmig, aufdiefressig und noch viele andere gute Dinge gleichzeitig ist.

Oder wie KOLARI sagen: „Songs aus der Not geboren, um dem Unverständnis Klang zu verleihen. Gitarren als Waffe gegen Lähmung, Drumblizzard um alte Geister das Fürchten zu lehren und die Bühne als letzte Enklave der Freiheit.“

Alles, was wir hier noch schreiben könnten, wäre doch nur ein lamer Versuch, die Worte der Band in andere weniger präzise Worte zu verpacken – von daher versuchen wir es gar nicht erst. Manchmal muss man auch einfach wissen, wann man die Fresse zu halten hat. „Was also will diese Band dir sagen? Sie will dir sagen, dass 4/4-Takte eher Cola Light sind, dass laut doch das neue Schön und die Welt da draußen ein Ort ist, der mal dringend einen Schlag in den Nacken verdient hat. Sie will dir sagen, dass alles gut werden kann, da du gut bist. Sie will dir sagen, dass Melodie der neue Roundhouse-Kick ist. Und sie will dir sagen, dass jeder unsichtbar sein kann, solange keiner hinguckt.“ Ganz ehrlich: Wir sind ab jetzt KOLARI-Fans! (Sogar offiziell bei Facebook.)

Und werden definitiv bei einem der bevorstehenden September-Konzerte in Berlin, Frankfurt oder Hamburg am Start sein. Für so wenig Geld hat man lange nicht mehr so geniale Musik live hören können! Wer muss da alles hinkommen? Alle, die auf spannenden Post-Hardcore stehen und/oder sich hiermit identifizieren können: „KOLARI machen Post-Hardcore für Dinge-gut-Finder, Metal für Schnapsideen und Indie für wütende Kapitäne. Sonst noch Fragen?“

Nope.

Ben Foitzik

Bild: Robin Helm