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Barbagallo

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Grand Chien

Toulouse im Sommer, angenehme 25° Celsius im Schatten, der leichte Wind weht einem den herben Geruch von trockenem Waldholz in die Nase und die Garonne plätschert bedächtig vorbei – würde man diese Szenerie in einen Sound übersetzen wollen, dann hätte man ungefähr das, was Julien Barbagallo auf seinem zweiten Album „Grand Chien“ an Musik abliefert. Sommer für die Ohren, ein Träumchen!

Barbagallo sitzt sonst bei Tame Impala an den Drums, ist deswegen sicherlich kein Unbekannter unter Musikfans. Mit Aquaserge hat er auch schon ein musikalisches Nebenprojekt am Laufen. Aber Hey: Warum soll nicht auch mal ein Drummer eine Solo-Platte veröffentlichen? Immer nur Gitarristen und Sänger, da ist ein Schlagzeuger doch mal eine erfrischende Abwechslung.

Dem Sound von „Grand Chien“ wohnt eine absolut entspannte Leichtigkeit und Lässigkeit inne. Natürlich ist in gewissem Maße auch noch Tame Impala zu erkennen. Aber eher die entspannte Seite der australischen Supergroup. Das Solo-Album von Barbagallo hat nicht dieses treibende Tempo, den manche Tracks auf „Currents“ haben. Es ist einfach nur pure Entspannung. Psychedelische Klänge, weiche Stimme, lässige französische Eleganz.

Barbagallo macht mit seiner Musik Anleihen in Chanson, in der Folk-Musik und auch in der klassischen Pop-Musik. Das Ganze jetzt aber einfach nur als French-Pop zu labeln wird dem genialen Songwriter nicht ganz gerecht. Die Musik schickt den Zuhörer mit dem ersten Ton auf eine Reise in andere Welten, man schwebt schwerelos dahin – nichts an den Songs ist schwer. Im Gegenteil: Jede Tonleiter befördert einen näher an Wolke Sieben, bis man irgendwo anders ist, nur nicht mehr im Hier und Jetzt.

Live ist Barbagallo ein echtes Erlebnis, das liegt nicht nur an der Musik, sondern auch daran, dass die Konzerte mit kreativen Visuals untermalt werden – im September geht Barbagallo mit seiner Band zum ersten Mal in Deutschland auf „Grand Chien“-Tour, die Tickets gibt es auf eventim.de.

Felix Goth

Bild: Brigid Annand